Offroad Abenteuer im Gerês Nationalpark

13:50:00 SixSights 7 Comments


Wasserfälle, mystische Wälder, atemberaubende Aussichten, wilde Tiere und kleine Dörfer, wie vor 100 Jahren - das Alles findet man im Norden Portugals. Der Gerês Nationalpark grenzt mit seinen über 500 Quadratkilometern direkt an die spanische Grenze und vereint die beiden Länder dort.
 
Als ich mich im Vorfeld über die Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Porto informiert habe, ist mir der einzige unter Naturschutz stehende Park direkt ins Auge gesprungen und ich wusste: dort müssen wir hin! Da dieser jedoch gut 1,5h Autofahrt von Porto entfernt liegt und uns unser Airbnb Gastgeber auch davon abgraten hat, die Wanderwege dort auf eigene Faust zu erkunden, haben wir eine Tour mit der Organisation OportoAdventureTours gebucht.
Anfang Oktober kurz vor 9 hat unser Tagesausflug in den Norden des Landes dann begonnen. Wir wurden mit einem Land Rover, der im späteren Gelände übrigens dringend nötig war, direkt vor unserer Haustür abgeholt und haben im Wagen direkt die anderen Teilnehmer kennen gelernt. In einer kleinen Gruppe von insgesamt 8 Personen – inklusive unseres Guides – haben wir uns dann auf den Weg gemacht.

Mitten im Nirgendwo hat unser Guide den Land Rover abgestellt und wir sind einen sehr abenteuerlichen und recht anstrengenden Pfad abgestiegen. Bereits hier war uns klar: Diesen Weg hätten wir ohne Begleitung nie genommen, geschweige denn überhaupt gefunden! Unten angekommen wurden wir von einem kleinen Wasserfall und einer sehr idyllischen Badestelle überrascht. Im Sommer kann man in dem natürlichen Süßwasserpool auch baden, jetzt war es aber leider schon zu kalt dafür. So schön der Anblick auch war, wir wollten ja noch mehr vom Park entdecken. Also sind wir wieder zurück zum Auto, den Berg hochgestiefelt - oder teilweise eher geklettert :D 

Mit dem Land Rover sind wir dann ein Stück zurück gefahren und haben eines der einheimischen Dörfer besucht. Die kleinen Hütten fügen sich mit ihren Tieren und Gärten harmonisch in das Landschaftsbild ein. 

Die Menschen dort leben teilweise noch wie in großen Familienverbänden, bewahren ihre Traditionen und Werte und teilen Alles miteinander. So wurden wir auch sehr herzlich im Haus einer Anwohnerin empfangen, mit der wir auf traditionelle Art Brot gebacken haben und ihren selbstgemachten Honig kosten durften.

Anschließend haben wir das Dorf weiter erkundet. Unser Guide erklärte uns etwas über die Bauweise der Häuser, die alten Wolfsfallen, wie der Mais getrocknet wird und vieles mehr. Da er selbst seine Masterarbeit über den Park und die Natur dort geschrieben hat, wusste er wirklich auf jede Frage von uns eine Antwort. Wären wir dort alleine unterwegs gewesen, hätten wir wohl nie so viel erfahren und überhaupt entdecken können!
mm

Am Ende von unserem Dorfrundgang sind wir dann noch in ein kleines Restaurant eingekehrt. Dort gabs dann ein großes Mittagessen mit typischen portugiesischen Tapas und einer tollen Aussicht. Dazu haben wir Vinho Verde getrunken, ein junger Weißwein, der in der Region angebaut wird.

Von dort aus sind wir dann wieder ein gutes Stück weiter mit dem Auto gefahren, eine ganze Weile gings immer weiter bergauf. Oben angekommen hatten wir die wohl beste Aussicht über den Park und seinen riesigen Stausee. Es war wirklich atemberaubend! Man konnte soweit blicken, es war herrlich ruhig und es ging ein angenehmer Wind.

Zum Schluss gings noch mal ein Stückchen den Berg hinab und ab dort zu Fuß weiter. Unser Guide führte uns durch den 'Mata da Albergaria', einen magisch wirkenden Wald. 

Hier wurde wohl früher die erste Straße von Spanien nach Portugal von den Römern gebaut und einige Überbleibsel der Bodensteine und militärischen Wegmarkierungen kann man davon auch heute noch entdecken. 
***

Bei der Wanderung durch den Wald findet man immer wieder kleine Häuser und Hütten, Ruinen und mystische Bäume. Außerdem sind wir unterwegs wieder auf einen kleinen Wasserfall und See gestoßen. Die Landschaft hat mich im gesamten Park immer wieder überrascht und zum Staunen gebracht. Man spürt richtig, wie die Natur hier noch im Einklang ist. 

Das kann man auch an den dort wild - und vor allem frei - lebenden Tieren erkennen. Unterwegs sind wir auch auf eine kleine Herde wilder Garrano-Pferde und verschiedene Echsen gestoßen. Aber es sollen wohl auch einige Hirsche, Wildschweine, Wölfe, Ziegen, Adler, Falken und Dachse dort heimisch sein.

Auch wenn der Tag durch das viele Laufen und die unebenen Wege recht anstrengend war, habe ich mich am Abend herrlich entspannt und erholt gefühlt. Die Luft dort ist einzigartig gut und der ganze Park strahlt eine wunderbare Ruhe aus.

Ich würde Jedem einen Ausflug zum Park empfehlen! Gerade wenn man nicht nur die klassischen Touristenattraktionen sehen möchte, sondern mehr in die Kultur des Landes eintauchen möchte, lohnt sich die weite Fahrt wirklich!
Auch die Organisation OportoAdventureTours kann ich absolut weiterempfehlen. Mit 85€ pro Person ist der Ausflug auf den ersten Blick zwar etwas teurer, dafür wird man aber den ganzen Tag betreut, muss sich um nichts selbst kümmern und die Verpflegung ist auch schon inklusive. Außerdem kommt ein Teil des Gewinns der Erhaltung des Parks zu Gute :)
Wenn ich euch mit meinem Bericht für den Gerês Nationalpark begeistern konnte hinterlasst mir doch eure Tipps für schöne Parks oder einfach tolle Wanderrouten!

Eure Ines

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Kommentare:

  1. Das war ja traumhaft euer Tripp! Muss schwer sein dann ins kalte Deutschland zurück zu kommen ☺

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    1. Wir waren ja bereits Anfang Oktober dort, und da wars in Deutschland zum Glück auch noch nicht soo kalt :) Aber natürlich wären wir trotzdem noch gern länger geblieben :D

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  2. Hallöchen,
    das hört sich ja nach einem tollen Ausflug an. Der Park und die Aussicht ist wirklich toll! Und manchmal ist es doch hilfreicher und informativer, wenn man sich mal jemanden mitnimmt, der einem ein bisschen was erklärt. ;-)

    Viele Grüße
    Bloody

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    1. Hallo :) Ja, der Tag war wirklich klasse! Und du hast recht, oft ists schön auf eigene Faust zu erkunden, manchmal machts aber doch Sinn sich einer Führung anzuschließen ;)

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  3. Hi Ines,

    danke für diesen interessanten Tipp. Ich kenne Portugal nicht, der Geres Nationalpark hat sich jetzt aber eine Spurzenposition erarbeitet 😉.

    Wie schön auch, dass Du nach einem Tag mit viel zu Fuss unterwegs Sein, zwar müde, aber auch glücklich warst und entspannt. Top! Deswegen bin ich gerne zuFüssler und schreibe auch darübef 👏.

    Fussige Grüsse, Jana

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    1. Portugal ist allgemein ein super schönes Land - total abwechslungsreiche Gegenden :) Kann ich dir nur ans Herz legen <3
      Liebe Grüße zurück ;)

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  4. Hi Ines,

    danke für diesen interessanten Tipp. Ich kenne Portugal nicht, der Geres Nationalpark hat sich jetzt aber eine Spurzenposition erarbeitet 😉.

    Wie schön auch, dass Du nach einem Tag mit viel zu Fuss unterwegs Sein, zwar müde, aber auch glücklich warst und entspannt. Top! Deswegen bin ich gerne zuFüssler und schreibe auch darübef 👏.

    Fussige Grüsse, Jana

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